Über Hand und Stift
Ende 2025, nach einem langen dritten Quartal, habe ich mein Q3-Protokoll geöffnet und drei Seiten lang nicht verstanden, was ich da aufgeschrieben hatte. Abkürzungen ohne Kontext. Pfeile, die nirgendwo hinführten. Einen Stakeholder-Namen, den ich keinem Raum mehr zuordnen konnte.
Das war der Moment, an dem ich beschlossen habe, etwas anderes auszuprobieren.
Ich bin Product Manager in einem Hamburger SaaS-Unternehmen. Laut Kalender verbringe ich 62 Prozent meiner Arbeitswoche in Meetings. Das sind sehr viele Protokolle. Bis Oktober 2025 waren sie alle gleich wertlos.
Sketchnotes habe ich nicht ausprobiert, weil ich Lust aufs Zeichnen hatte. Kein Design-Hintergrund, keine Zeichen-Vorkenntnisse. Das letzte Mal, dass ich freiwillig etwas gezeichnet habe, war ungefähr in der Grundschule. Angefangen habe ich damit, weil mir nichts anderes mehr eingefallen war.
Hand und Stift ist das öffentliche Tagebuch dieses Versuchs. Wochenberichte aus echten Meetings. Symbole, die ich dreimal umgebaut habe, weil sie im Sprint Planning niemand verstanden hat. Kurse, die ich über mehrere Wochen parallel zu meinem Arbeitsalltag durchgearbeitet habe. Wenn ein Kurs im Retro-Kontext nicht überleben kann, steht das hier.
Ich schreibe das öffentlich, damit ich nicht wieder aufgebe. Accountability funktioniert bei mir besser als Disziplin.
Mehr zur Person: Lars Klöpfer.
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